News · Rückblick
22. Oktober 2026 · Ismaning bei München
Beim Finance Executive Nexus Integrate kamen am 8. und 9. Oktober CFOs und Finance-Teams aus dem DACH-Raum in Ismaning bei München zusammen. Fourangle war als Lösungspartner dabei — und hat die Keynote auf der Transformation Stage beigesteuert: „The CFO as Master of the System — Transformation vor Tool: Die Reihenfolge entscheidet über die Steuerungsfähigkeit“, gehalten von Francisco Baraona.
Wir saßen in der ersten Reihe — und waren ziemlich stolz auf das Ergebnis. Der Vortrag kam an: viel positives Feedback von Teilnehmern direkt im Anschluss, und die Gespräche am Breakout-Tisch drehten sich den restlichen Nachmittag genau um diese Frage — in welcher Reihenfolge baut man Steuerungsfähigkeit auf? Hier die Kernaussagen zum Nachlesen.
Die Keynote begann mit einer Frage ins Publikum: Wer hat ein ERP-System on time, on budget und on target eingeführt — Termin gehalten, Budget gehalten, voller Leistungsumfang? Nur rund 31 % aller Softwareprojekte schaffen alle drei (Standish Group, CHAOS Report). 69 % verfehlen mindestens eines.
Jeder Punkt = 1 von 100 Projekten. 69 % verfehlen Termin, Budget oder Umfang. Quelle: Standish Group, CHAOS Report.
Dass das keine Statistik-Spielerei ist, zeigte der Blick auf öffentlich dokumentierte ERP-Fehlschläge der letzten 25 Jahre — von Lidl über Revlon und Haribo bis Hershey, mit Schäden bis in die Hunderte Millionen. Der Befund quer über alle Fälle: vier Muster, kein Softwarefehler.
Zeit, Kosten, Leistung: Wer eine Ecke zieht, bewegt die anderen zwei. Die eigentliche Frage ist, welche Ecke bewusst nachgibt — und wer das entscheidet.
Das magische Dreieck: Wer eine Ecke zieht, bewegt die anderen zwei. Zielgrößen nach PMBOK Guide (PMI).
Unter dem Dreieck trägt eine Kette — und jeder Pfeil zeigt nur in eine Richtung:
Wer unklare Verantwortlichkeiten, uneinheitliche Datenmodelle und improvisierte Abschlussprozesse in ein neues System migriert, bekommt dieselben Probleme zurück — nur teurer verpackt. Steuerungsfähigkeit entsteht in der Transformation davor.
Case 1 — Carve-out mit Geschäftsmodellwechsel. Ein GreenTech-Anbieter, per Carve-out aus einem US-Konzern gelöst, bei gleichzeitigem Wechsel vom Hardware- zum SaaS-Geschäft; Ziel: Exit-Readiness in zwei Jahren. Drei Optionen lagen auf dem Tisch:
Die Commercial Driver jedes Deals wurden zu Pflichtfeldern im CRM — erst dann fiel die Systementscheidung. Der Weg zum Ziel in fünf Schritten:
Der Transformationspfad aus der Keynote — Ziel: Exit-Readiness in zwei Jahren.
Das Ergebnis:
Case 2 — Kennzahlen bis auf Belegebene. Ein B2B-Software-Anbieter mit drei Gesellschaften, veralteten Finanztools und ohne Kennzahlensystem. Statt zuerst ein System einzuführen, wurde zuerst das Konten-Mapping festgelegt — dann Power BI auf die DATEV-Daten jeder Gesellschaft gesetzt. Jede Kennzahl lässt sich seitdem über vier Ebenen bis zum Beleg aufklappen:
Erst der Jahresvergleich auf Kontenebene machte eine Fehlzuordnung sichtbar — eine Kostenart lag in den Vertriebskosten statt in den Herstellungskosten, obwohl jede einzelne Buchung formal richtig war. Die Korrektur über Mappingtabellen und neue Buchungsanweisungen machte das Pricing belastbar. Das Ergebnis:
So unterschiedlich beide Fälle sind — die Reihenfolge war dieselbe:
Im Standard-Vorgehen, das Francisco Baraona daraus ableitet, ist die Systemeinführung ein Gate zwischen Operating Model und Automatisierung: Erst wenn die Entscheidung benannt, der Datenbedarf abgeleitet, der Prozess geschnitten und die Anforderung geschrieben ist, wird eingeführt — agil in der Lieferung, deterministisch in der Abnahme.
Datenhoheit heißt: jede Zahl bis zu dem Vorgang erklären können, der sie erzeugt hat. Die vier Kompetenzen, die Finance dafür braucht, hat die Keynote als Prüffragen formuliert:
Genau diese Reihenfolge prägt auch unsere NetSuite-Projekte: erst Steuerungslogik und Datenmodell, dann Implementierung. Deshalb haben wir diese Keynote mitentwickelt — sie beschreibt, wie wir arbeiten.
CEO · COO · CFO | Transformation & Value Creation · baraona.de
Francisco Baraona ist Executive mit über 15 Jahren C-Level-Führung in PE-geführten und mittelständischen Unternehmen. Seine Schwerpunkte sind Transformation, Turnaround und profitables Wachstum, dazu Finanz- und Steuerungssysteme, Carve-outs, Internationalisierung und Exit-Readiness. Er arbeitet in GreenTech und Energie, B2B SaaS, HealthTech und Industrie.
Als CEO übernahm er ein Technologieunternehmen der erneuerbaren Energien nach dessen Carve-out aus einem US-Konzern, schloss den Aufbau als eigenständiges Unternehmen ab und stellte es vom Hardware- auf ein SaaS-Modell um. Er senkte die Fertigungstiefe um 40 %, gründete Gesellschaften in den USA und Japan und verkaufte das Unternehmen an einen US-Wettbewerber. Bei TÜV SÜD leitete er die globale CFO-Agenda für den Konzernvorstand.
Sie standen vor Ort nicht am Breakout-Tisch — oder möchten die Reihenfolge „Entscheidung → Datenstruktur → System“ auf Ihre eigene Finance-Landschaft übertragen? Sprechen Sie uns an: Wir zeigen Ihnen, wie der Weg zu belastbaren Zahlen mit NetSuite aussieht.